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Sonderfolge: Gratis lockt, bezahlt wird am Ende
Vertont mit einer KI-Sprachsoftware, Text und Auswahl von uns geprüft.
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Vertont mit einer KI-Sprachsoftware, Text und Auswahl von uns geprüft.
26. Oktober 2026
Ein Beitrag im Netz verspricht, eine KI führe Ihre ganze Social-Media-Arbeit auf Autopilot, kostenfrei. Und am Ende steht ein Preis. In dieser Sonderfolge aus unserer Rubrik Masche der Woche schauen wir uns an, wie so etwas gebaut ist.
Offenlegung: Wir verdienen an keinem der genannten Angebote etwas. Wir nennen weder Konten noch Verkäufer noch Plattformen. Es gibt zu diesen Fällen keine Behördenquelle: Belegt sind nur die Verkaufsseite und unsere eigenen Bildschirmfotos vom 24. und 26. September 2026. Die Verkaufsseite haben wir am 26. Oktober 2026 erneut geöffnet.
Der Fall: Im ersten Beitrag steht, eine KI könne jetzt die gesamte Social-Media-Arbeit führen, wie ein Manager für zehntausend Dollar, kostenfrei. Es folgen sieben allgemeine Anweisungen an die KI mit Lücken zum Ausfüllen, sogenannte Prompts, und mitten im Beitrag ein Link auf ein Paket für 29,99 Dollar. Der zweite Beitrag beginnt mit „BREAKING“, verspricht eine Strategie wie von einer Agentur für fünftausend Dollar im Monat, zeigt wieder sieben Prompts und nennt dann Wachstumszahlen des Verfassers. Direkt darunter steht der Link auf eine bezahlte Gruppe.
Was wir wissen: Auf der Verkaufsseite des Pakets standen am 26. Oktober 2026 vierzehn Verkäufe, keine Bewertung zum Paket und keine hinterlegte Rückerstattungsregel. Was wir nicht wissen: Die bezahlte Gruppe haben wir nicht geöffnet, Preis und Inhalt sind uns unbekannt. Die Erfolgszahlen kommen allein vom Verfasser, wir haben sie nicht nachgeprüft. Wer hinter den Konten steht, wissen wir nicht. Das ist übertriebene Werbung, kein Urteil über Betrug.
Wer verdient woran? Wer das Paket oder die Mitgliedschaft verkauft. Der kostenfreie Beitrag ist der Köder, der Link das eigentliche Ziel. Das ist erlaubt, man sollte es aber wissen, bevor man klickt. Das Versprechen ist so gebaut: „kostenfrei“ steht vorn, der Preis erst am Ende, und eine große Vergleichszahl lässt den Preis von knapp dreißig Dollar wie ein Schnäppchen wirken. Das nennt man einen Anker. „BREAKING“ hängt an keiner Neuigkeit und soll Eile erzeugen.
Die Dreißig-Sekunden-Prüfung ist unsere Ableitung, keine Behördenvorgabe. Erstens: Vergleichen Sie, was ganz vorn steht, mit dem, was ganz hinten steht. Steht vorn „kostenfrei“ und hinten ein Preis, ist der Beitrag Werbung. Zweitens: Sehen Sie auf der Verkaufsseite nach Bewertungen und einer Rückerstattungsregel. Fehlt beides, ist das kein Beweis für etwas Schlechtes, aber Sie können sich auf niemanden berufen, wenn das Paket nicht hält, was es verspricht. Drittens: Fragen Sie sich, ob die Prompts etwas können, das eine einfache Frage an die KI nicht auch kann. Probieren Sie es erst selbst aus, bevor Sie zahlen.
Zur Einordnung: Das ist keine Warnung vor jedem Prompt-Paket, manche sind sicher nützlich. Wir zeigen ein Muster: kostenfrei vorn, bezahlen hinten, Zahlen vom Verkäufer selbst. Dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Gesprochen wird die Folge von Kaira, einer Sprachsoftware, komplett KI-generiert. Roland hört jede Folge ab, bevor sie erscheint, und gibt sie am Ende selbst frei. Wie das im Einzelnen abläuft, steht unter So entsteht der Podcast. Haben Sie schon einmal auf so ein Angebot geklickt? Dann schreiben Sie uns in die Kommentare unter dem Beitrag zu dieser Folge, was Sie dort gefunden haben.