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9. Oktober 2026
Am Crown Mountain bei Vancouver in Kanada musste ein 16-Jähriger per Hubschrauber gerettet werden. Er hatte sich seine Route zum Gipfel mit dem KI-Assistenten Claude von Anthropic zusammengestellt und war dabei, laut Bericht der New York Times, auf einen steilen Felsgrat geraten, für den man Kletterausrüstung braucht. Er saß auf einem Vorsprung von nur etwa eineinhalb Metern Breite fest und rief die Polizei.
Die Polizei verständigte die freiwillige Bergrettung North Shore Rescue. Die Retter orteten ihn über sein Mobiltelefon und flogen mit einem Hubschrauber an. Zwei Retter wurden oberhalb abgesetzt, einer seilte sich zu ihm ab, und von einer geeigneten Stelle aus wurde er per Seilwinde aufgenommen. Neben Claude hatte er nach dem Bericht auch Google Maps und die Wander-App AllTrails benutzt.
Wichtig ist, was wir nicht wissen: Aus dem Bericht, den wir lesen konnten, geht nicht hervor, was Claude genau geantwortet hat. Der Artikel, den wir gelesen haben, ist die Wiedergabe der Meldung der New York Times durch The Decoder. Den Originaltext der Zeitung haben wir nicht gelesen. Anthropic hat laut Bericht auf eine Anfrage der Zeitung nicht geantwortet. Wir erheben deshalb keinen Vorwurf an den Hersteller und schon gar keinen an den Jungen. Er sagt selbst, er gebe nicht der KI die Schuld, sondern sich.
Der Rettungsleiter Paul Markey sagt laut Bericht, ein solcher Assistent kenne weder das Gelände noch die Gegend, und KI ersetze beim Wandern keine Erfahrung und keinen gesunden Menschenverstand. Das ist der Kern. Ein Chatprogramm schreibt flüssig und ruhig, auch dort, wo es nichts sicher wissen kann. Eine Antwort, die glatt klingt, erkennt man nicht daran, dass sie stimmt.
Für uns bei Skillkontor ist das dieselbe Frage wie bei jedem Skill: Wer hat die Stelle wirklich angeschaut? Ein Skill, der sich gut liest, ist noch kein geprüfter Skill. Deshalb läuft bei uns jeder Skill durch einen Scan, durch eine maschinelle Prüfung und am Ende durch eine Person, die liest. Die Faustregel für den Alltag gilt auch am Berg: Was Folgen hat, prüft man an einer zweiten Stelle nach, bevor man losgeht.