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Der TÜV kündigt ein KI-Zertifikat in drei Stufen an, und die Skills kommen darin nicht vor
Bild ist KI-generiert (Piet, unser Maskottchen).
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9. September 2026
Der TÜV-Verband, das TÜV AI.Lab und die TÜV-Unternehmen haben am 8. September 2026 ein gemeinsames Zertifizierungsprogramm für KI-Systeme angekündigt. Es hat drei Stufen. Die Basis-Zertifizierung richtet sich an KI-Systeme außerhalb der Hochrisiko-Klasse der KI-Verordnung und prüft grundlegende Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen. Die Standard-Zertifizierung ergänzt eine strukturierte Risikobewertung und eine Prüfung vor Ort beim Hersteller. Die erweiterte Zertifizierung kommt mit zusätzlichen technischen Tests zu Leistung und Zuverlässigkeit. Geprüft werden laut Pressemitteilung Qualität, Sicherheit, Fehlerrisiken, Verzerrungen und die Zuverlässigkeit unter verschiedenen Bedingungen. Das Programm läuft in einer Pilotphase, der Start ist für Ende 2026 angekündigt.
Die Begründung könnte von uns stammen. Marc Fliehe vom TÜV-Verband sagt laut heise, Unternehmen müssten nachweisen können, dass ihre KI-Systeme nicht nur leistungsfähig sind, sondern auch zuverlässig und sicher funktionieren. Christoph Poetsch vom TÜV AI.Lab ergänzt, nicht jedes KI-System stelle die gleichen Anforderungen an eine Prüfung. Dazu zwei Zahlen aus der KI-Studie des Verbands von 2025: 79 Prozent der Bundesbürger fürchten unkalkulierbare Risiken, und 53 Prozent der Nutzer vertrauen darauf, dass die Ergebnisse stimmen. Eine der bekanntesten Prüfmarken des Landes sagt damit öffentlich: Vertrauen in KI entsteht durch unabhängige Prüfung in Stufen, nicht durch das Versprechen des Herstellers.
Was uns beim Lesen aufgefallen ist: Skills kommen in der Pressemitteilung nicht vor. Das Programm prüft das KI-System selbst. Ein Skill ist der Textbaustein, der einem fertigen System nachträglich sagt, was es tun soll und wie. Ob Skills, Prompts oder Erweiterungen später in eine der drei Stufen fallen, wissen wir nicht. Stand heute steht davon nichts in der Ankündigung.
Warum das wichtig ist: Ein Skill kann ein geprüftes System an genau der Stelle umlenken, die am einfachsten zu erreichen ist. Wer ein zertifiziertes System mit einem ungeprüften Skill füttert, hat die Prüfung dort ausgehebelt, wo sie am billigsten zu umgehen ist. Und die 53 Prozent, die den Ergebnissen vertrauen, merken davon nichts. Genau darum prüfen wir bei Skillkontor jeden Skill, bevor er ins Verzeichnis kommt, in drei Schritten: ein automatischer Scan, eine Prüfung ohne Werkzeuge und ohne Netz, und am Ende jemand, der wirklich liest. Das Ergebnis steht als Ampel öffentlich beim Skill.
Zur Einordnung: Der TÜV ist eine geschützte Marke, wir nennen sie hier als Nachrichtenthema. Skillkontor ist nicht vom TÜV geprüft und vergleicht sich nicht damit. Das Programm ist angekündigt und nicht in Kraft, die Studienzahlen stammen aus dem Jahr 2025 und aus einer Verbandsstudie. Wer einen Skill einsetzt, sollte ihn lesen, oder jemanden lesen lassen, der es getan hat.