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Amazon schließt Mechanical Turk: Wer hat hier eigentlich geprüft?
Bild ist KI-generiert (Piet, unser Maskottchen).
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Bild ist KI-generiert (Piet, unser Maskottchen).
27. August 2026
Amazon schließt seine Plattform Mechanical Turk zum 30. September 2026. Seit 2005 haben dort Menschen für ein paar Cent pro Aufgabe Bilder beschriftet, Audioaufnahmen abgetippt und Umfragen ausgefüllt, in der Spitze über 500.000 Arbeiter. Jeff Bezos nannte das damals künstliche künstliche Intelligenz: Eine Software stellt die Anfrage, ein Mensch erledigt die Arbeit, und von außen sieht es aus, als hätte die Maschine es selbst gekonnt.
Die Begründung von Amazon ist ein einziger Satz: „Following an assessment, we've made the decision to close AWS Mechanical Turk, effective September 30, 2026." Mehr sagt das Unternehmen nicht, weder zu den Gründen noch dazu, was aus den Arbeitern wird. Für viele von ihnen fällt damit eine Einnahmequelle weg, und das ist der ernste Teil dieser Geschichte.
Die eigentliche Pointe steckt in einer Studie der EPFL aus dem Juni 2023 mit dem Titel „Artificial Artificial Artificial Intelligence". Die Forscher gaben Klickarbeitern auf der Plattform eine Textaufgabe und schauten nach, wie die Antworten zustande kamen. Zwischen 33 und 46 Prozent der Arbeiter nutzten dafür selbst ein Sprachmodell. Der Mensch hinter der Maschine hatte also längst eine Maschine hinter sich.
Diese Zahl gehört sauber eingeordnet. Sie gilt für eine bestimmte Zusammenfassungsaufgabe in einem Versuch, nicht für alles, was auf der Plattform jemals erledigt wurde. Das sagen die Autoren selbst. Trotzdem reicht sie für den Punkt, um den es uns geht: Wer Arbeit weitergibt und nur das Etikett zurückbekommt, weiß am Ende nicht, wer oder was sie wirklich gemacht hat.
Genau deshalb ist bei Skillkontor die Freigabe durch eine Person ein eigener, benannter Schritt und kein Werbewort. Jeder Skill läuft erst durch den statischen Scan, dann durch die Prüfung ohne Werkzeuge und Netz, und erst danach schaut jemand drauf und gibt frei. Das Ergebnis steht öffentlich als Ampel im Prüfprotokoll. „Geprüft" ist bei uns kein Aufkleber, sondern etwas, das man nachlesen kann.
Der Spott gilt hier dem Etikett, nicht den Leuten. Die Klickarbeit auf solchen Plattformen war schlecht bezahlt und wurde selten erwähnt, wenn jemand von smarter Technik sprach. Dass die Plattform jetzt schließt, während KI-Systeme überall Einzug halten, ist eine passende Fußnote zu einer Frage, die bleibt: Wer hat das eigentlich geprüft?